The Social Network

Der Titel ist perfekt. Perfekt für den Titel eines Filmes über Mark Zuckerberg und Facebook. Aber es geht hier gerade nicht um den Film oder Mark und auch nicht um Facebook. Obwohl, vielleicht ein wenig doch. Es geht um soziale Netzwerke und wie ich da reinpasse. Nicht perfekt.

Ich will nicht auf der Fähre buchen, die den Fluss der Tränen überquert. Wenn mir etwas nicht gefällt, bin ich raus. Farvel Facebook, Goodbye G+, Tschüss Twitter. Und dann überlege ich, was mir bleibt. Warum sich überhaupt einem Netzwerk anschließen? Die meisten Menschen verstehen mich ohnehin nicht und ich sie auch nicht. Ich meine global. Von der Einstellung und den Erfahrungen zu bestimmten Themen. Sprache ist egal, es gibt Google.

Für mich ist ein Netzwerk ein Werkzeug. Kennt noch jemand Yahoo! Groups? Als ich meine letzten Jahre in der Schule verbrachte, nutzte meine Klasse dieses Werkzeug sehr intensiv. Wir tauschten Hausaufgaben aus, ältere Semester teilten Prüfungen, die die Profs in jedem Jahrgang unverändert schreiben ließen. Das Werkzeug funktionierte. Natürlich tauschte man sich auch über andere Dinge aus. Man kennt das.

Heute brauche ich andere Werkzeuge. Oder brauche ich sie nicht? Ich meine, ich lese gerne Blogs, aber alle manuell anzusteuern, um zu sehen, ob sich da etwas neues getan hat, ist eher ’ne Tagesaufgabe. Und ja, es gibt RSS und Feedreader. Aber ist es nicht unsexy? Ich möchte manchmal auch nur ein Emoji setzen, ein Gut geschrieben drunter kommentieren und zwar ohne mich irgendwo anmelden zu müssen. Es nervt, wenn ich für ein Bildchen oder zwei Worte erst einmal meine Daten irgendwo eingeben muss. Zwei Worte sind eh banal. Dann überlege ich, den Kommentar aufzupeppen und gerate ins Schwafeln. Ich produziere heiße Luft, so wie jetzt.

Twitter war für mich vom Prinzip her richtig. Portionierte Statements. Mastodon hätte mein Ersatz werden sollen. Wurde es aber nicht. Und es liegt nicht an Mastodon. Wie in jeder guten und gescheiterten Beziehung haben beide Partner schuld. Und Umstände kommen auch dazu. MeWe profitierte von Googles Ankündigung G+ dicht zu machen. Jetzt ist in einigen Bereichen auch erst einmal wieder Flaute. Und ich habe alles gehypt und bin jetzt ernüchtert. Die Schlampe ist müde. Und ich bin die Schlampe. Rosenstolz Reminiszenz.

Dabei gibt es noch ein Netzwerk. Es sieht gut aus. Viele Blogger sind da. Keine bekannten, aber hey. Und ich höre Chris:

The world was on fire and no-one could save me but you
It’s strange what desire will make foolish people do
I’d never dreamed that I’d meet somebody like you
And I’d never dreamed that I’d lose somebody like you
Chris Isaac: Wicked Game

Name of the Game ist minds.com. Ich werde nichts hypen oder so. Ich bin dort angemeldet und werde vorerst abwarten. Deutsche Blogger bzw. auf deutsch schreibende Blogger scheint es eh nicht zu geben. Ob ich dann dort in englisch schreibe bleibt abzuwarten. Aber vielleicht finde ich dort ein paar neue Blogs.

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