The Beats – eine Graphic Novel

Das Buch lag schon einige Zeit bei mir rum. Es passte grad. Ich braucht etwas Abwechslung und ein Comic schien das Richtige zu sein. Wobei Comic unpräzise ist. Graphic Novel, bitte.

Klar finde ich die Beat Generation interessant und der Buchdeckel ist auch wunderbar und passend gestaltet. Er erinnert mich im positiven Sinn an Schülerzeitungen.

Die ersten Seiten sind ok. Der Rest auch. Aber nach einer Weile langweilte mich der Zeichenstil. Der erste Teil des 208 Seiten starken Werkes befasst sich mit Jack Kerouac, Allen Ginsberg und W. S. Burroughs. Es folgen die anderen Beatpoeten, denen jeweils eine Doppelseite zu Teil wird. Gezeichnet wurden die Seiten in diesem Teil von Ed Piskor. Und irgendwie wirken die Illustrationen wie aus einem alten Schulbuch des Englischunterrichts. That is Jack. Jack write poems. In dieser Manier lesen sich zum Teil auch die Texte. Ab Seite 128 übernimmt dann jeweils ein anderer Zeichner den Stift. Auch wenn ich nicht alle Stile gleich ansprechend finde, mag ich fast jeden einzelnen mehr als den im ersten Teil. Die Abwechslung dürfte auch eine Rolle spielen.

Texte sind bei einer Graphic Novel augenscheinlich nicht das primäre Auswahlkriterium. Sie sind ok bis schlicht (s.o.). Bei der Story The Janitor, die das Leben von Slim Brundage nachzeichnet, nimmt der Text aber eine, im wörtlichen Sinn, zentrale Position ein. Ausführlicher Text wird vom oberen und unteren Seitenrand eingebettet. Gefällt mir. Der Stil der Zeichnungen ist cool. Text und Illustration stammen hier von Jerome Neukirch.

Wahrscheinlich ist das eine der Stärken des 200 Seiten umfassenden Buches. Jeder wird fündig und entdeckt etwas für sich in den schwarzen Zeichnungen. Mehr als ein Abriss der wichtigsten Personen der Beat Generation sowie eine kleine Abwechslung sollte man aber nicht erwarten.

The Beats. Die Geschichte der Beat-Literatur – eine Graphic Novel
Herausgegeben von Harvey Parker und Paul Buhle
Aus dem Englischen von Thomas Stegers
Walde + Graf 2010
ISBN 978-3-03774-014-9

Die ZEIT veröffentlichte bereits im Dezember 2010 einen Artikel zum Buch. Einige Hintergründe und ein paar Bilder.

Einen anderern Artikel mit anderen Eindrücken kann man bei textem.de nachlesen

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